Baumschutz verlangt hartnäckigen Einsatz

 

Durch Einsatz des Umweltsenators Dr. Joachim Lohse, der Grünen Partei, AnwohnerInnen und dem Beirat Findorff konnten spürbare Verbesserungen in der Kastanienstraße statt des totalen Kahlschlages verhindert werden. Baumschutz für eine lebenswerte Stadt braucht viel Einsatz. Untenstehend der Bericht im Weser-Kurier von heute.
 

 

Grünen-Vorstandssprecher Ralph Saxe und Umweltsenator Joachim Lohse im Gespräch mit Bürgern in Findorff. (Galian)

Joachim Lohse hat das Thema zur Chefsache gemacht. Für den Erhalt des Baumbestandes entlang der Findorffer Kastanienstraße würde Bremens Senator für Bau, Umwelt und Verkehr sogar die Oberleitungen der Bahn verlegen lassen. So lautete jedenfalls der senatorische Prüfauftrag an die Deutsche Bahn AG.

Auf Initiative von Grünen-Vorstandssprecher Ralph Saxe traf sich der Umweltsenator gestern mit Nachbarn, Ortspolitikern und DB-Vertretern am Findorffer Bahndamm. Es ging darum, die Sicherheit für Bahnverkehr und Anwohner mit Baumschutz und Wohnqualität zu vereinbaren. Fazit: Bevor Motorsägen und Schredder zum radikalen Kahlschlag anrücken, sollen erst sämtliche besseren Alternativen geprüft werden.

Geplante Fällung von 100 Bäumen

Nachbarn der Kastanienstraße hatten gegen den geplanten „Vegetationsrückschnitt“ der Deutschen Bahn aufbegehrt. Sie waren im Oktober über die Pläne informiert worden, sämtliche knapp 100 Bäume sowie die gesamte Bepflanzung an Büschen und Bäumen vor der Lärmschutzwand zu beseitigen.

Die Kronen von Birken, Buchen, Eichen, Linden und Bergahornbäumen sind den Ober- und Speiseleitungen im Laufe der Zeit gefährlich nahe gekommen. Auf Dauer drohe nicht nur eine Gefährdung des Bahnbetriebes, sondern auch ein Risiko für Leib und Leben der Anwohner, lautete die Begründung der Deutschen Bahn. Ein Rückschnitt sei keine Option, weil er in diesem späten Stadium ein Absterben der Bäume zur Folge hätte, so die DB weiter.

Ein Großteil der Bäume ist nicht zu halten

„So hart es auch ist: Ein Großteil der Bäume ist nicht zu halten“, bestätigte auch Andreas Block-Daniel. Der staatlich vereidigte Baumsachverständige hatte im Bestand nur 15 Bäume ausgemacht, die den Kriterien der Baumschutzverordnung entsprechen. Mit wenigen Ausnahmen unterschritten sämtliche Baumkronen den vorgeschriebenen Mindestabstand von fünf Metern zu den Leitungen plus einer „Wachstumsreserve“ von drei Metern, erläuterte DB-Vertreter Georg Wagner. Im Falle der Kastanienstraße entspräche das einer vorschriftsmäßigen Wuchshöhe.

Mit einer Genehmigung zur Bepflanzung bis zur Oberkante der Lärmschutzwand würde die Deutsche Bahn den Findorffern entgegen kommen, so Wagner. Das Strauch- und Buschwerk solle „nicht angefasst“ werden, im Fall der Fällung sei eine Ersatzpflanzung versprochen.

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