Rettung eines Universums

Universum gerettet! So eine Nachricht könnte große Erleichterung auslösen. Es war vermutlich eine Lebenslüge, dass Einrichtungen wie das Universum Science Center wirtschaftlich zu betreiben seien. Folglich war auch die Insolvenz eine der Möglichkeiten. Nun geht das Universum stattdessen in bremischen Besitz über. Vieles sprach dafür: Das Universum ist ein Tourismusmagnet mit über 200.000 BesucherInnen jährlich. An seinem Standort passt es bestens  in die Wissenschaftslandschaft Bremens. Es ist ein bedeutsamer außerschulischer Lernort. Die Identifikation der Bremerinnen und Bremer ist ausgesprochen groß. Bei der Vermarktung Bremens steht es fast gleichwertig neben den Stadtmusikanten, dem Marktplatz oder dem schlingernden SV Werder. Der Zuschuss pro Eintrittskarte wird zukünftig viel geringer als bei allen anderen kulturellen Einrichtungen sein. Und dennoch ist uns diese Rettung nicht leicht gefallen. 1 Million Altschulden, 5 Millionen für die Neuaufstellung in zwei Ausbaustufen und dann noch einmal rund 500.000 Euro jährlich als Betriebskostenzuschuss. Angesichts unserer Haushaltslage ist dies eine beträchtliche Anstrengung und kein Pappenstiel wie uns manche weismachen wollen. Finanzpolitisch muss man also von einem kalkulierbarem Risiko sprechen, wohl wissend, dass eine mögliche Insolvenz in seinen regionalwirtschaftlichen Auswirkungen, dem Imageschaden und den negativen Standortauswirkungen kaum preiswerter gewesen wäre. Dem Standort wird die schöne Rettung also nützen. Ein Bauchgrummeln aber bleibt. Unsere haushaltspolitischen Spielräume sind mal wieder geringer geworden…

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